Die Klettenwurzel

Letzte Woche habe ich so richtig viele schöne Klettenwurzeln von meinen lieben Bioland-Frauen geschenkt bekommen.  Gleich am Abend habe ich mich an die Arbeit gemacht und die Wurzeln gut gesäubert und kleingeschnitten. Die eine Portion habe ich eingefroren und die andere Portion im Dörrapparat über Nacht bei 42 Grad getrocknet. 

 

Jetzt im Frühling ist die richtige Zeit für die Aussaat der Klettenwurzeln. In diesem Jahr möchte ich Große Kletten (Arctinum lappa) in unserem Garten säen. Mal schauen, ob das gelingt. Frische Klettenwurzeln in Bioqualität sind eher eine Seltenheit. Ich verwende daher den Winter über meist getrocknete Wurzeln, die ich bei Herbis Natura bestelle.

 

Doch frische eigene Klettenwurzeln sind natürlich besonders fein. Die Klettenwurzeln werden im 2. Wachstumsjahr geerntet, bevor sie beginnen, Blätter  und Samen zu bilden. Wenn Du eigenes Saatgut gewinnen möchtest, solltest Du einige Pflanzen blühen lassen. Die Blüten sehen nicht nur wunderschön aus, sie geben den Vögeln und anderen Tieren auch Nahrung.

Die jungen hellgrünen Blätter der Pflanze sind essbar. Sie schmecken bitter und ich gebe sie gerne, wie auch die Löwenzahnblätter, den Giersch und die Brennnesselblätter, in meinem morgendlichen Heavy-Metal-Detox Smoothie. Anthony William schreibt in "Heile Deine Schilddrüse", dass die Klettenwurzel in diesem Smoothie die Wirkung noch verstärkt. 

 

Heilwirkung

Anthony William schreibt über die heilenden Eigenschaften der Klettenwurzeln, dass sie gegen Entzündungen, Mikroben, Pilze und Tumore hilft. Sie hilft bei Krebs und verhindert die Bildung von Metastasen. Sie ist ein wirksames Schmerzmittel bei Entzündungssymptomen von Autoimmunerkrankungen wie rheumatoider Arthritis, Fibromyalgie, Schleimbeutelentzündungen, Lupus oder Diabetes. Klettenwurzeln sind ein wahrer Segen bei allen Autoimmunerkrankungen. Die Klettenwurzel ist außerdem heilsam bei Lebererkrankungen wie Leberkrebs oder Hepatitis C. Sie kann die Leberfunktion und die Gallenproduktion verbessern, sowie alte gespeicherte und neu aufgenommene Gifte sicher aus dem Körper hinaus transportieren. Klettenwurzeln wachsen tief in die Erde und ihre sekundären Pflanzenstoffe haben eine sehr erdende Wirkung, die die gesunde negative Ladung der Leber wiederherstellen kann, wenn sie von positiv geladenen Krankheitserregern erschöpft wurde. Die erdende Kraft der Klettenwurzel ist fünfzigmal stärker, als bei anderem Wurzelgemüse und vermag die Vitalität der Leber wieder herzustellen. Klettenwurzel hilft bei Gallen- und Nierensteinen, Harnwegs- und Blasenentzündungen, Streptokokken, CFS, Borreliose, Gicht, vergrößerter Prostata, Masern und Windpocken, Grippe und Problemen mit den Bronchien. Sie wirkt heilend bei Anämie und befreit das Blut und die Lymphe von Giften. Sie ist eins der wichtigsten Kräuter zur Behandlung von Hautkrankheiten wie Akne, Psoriasis, Ekzemen und Gürtelrose, sie hilft bei Haarausfall und stärkt die Nägel.

 

Frische Klettenwurzel kann gut mit Sellerie, Grünkohl und Äpfeln entsaftet oder in den Rezepten, ähnlich wie Karotten verwendet werden. Sie ist lecker in Suppen und Eintöpfen. Ich mag diesen besonderen Geschmack total gerne. Hier gelangst Du zu dem Rezept der Heilenden Leber-Brühe mit Klettenwurzel. Die Klettenwurzel schmeckt süßlich, erdig und passt auch gut zu Kartoffeln, Pilzen und Zwiebeln.

 

Aus den getrockneten Wurzeln lässt sich auch ein wunderbarer Tee aufbrühen. 

Für eine Tasse Tee brauchst Du 1 - 2 TL getrocknete Klettenwurzeln und gießt sie mit kochendem Wasser auf. Du solltest sie mindestens 10 Minuten oder länger ziehen lassen. Je nach Wunsch, kannst Du den Tee mit Honig süßen. 

 

Wer die genannten Formen der Zubereitung nicht mag und doch die heilenden Eigenschaften der Klettenwurzel nutzen möchte, sollte zu einer Alkohl-freien Tinktur greifen. Am besten mit pflanzlichem Glyzerin. Leinsamen-Glyzerin als Basis ist das Beste. Von der Firma Nature´s Answer gibt es eine sehr feine und gute Tinktur. Sie ist unter dem Namen Burdock Root z.B. bei iHerb zu beziehen.

 

Anbau

Die Große Klette wird idealer Weise im Frühling oder im Spätsommer gesät. Die Pflanze ist widerstandsfähig gegen Krankheiten und Schädlingen. Sie wird 2 Jahre alt. Im ersten Jahr können ihre Wurzeln geerntet werden. Im zweiten Jahr bildet sie Blüten und Samen. In dieser Zeit verholzt die Wurzel und schmeckt nicht mehr. 

 

Saatgut gibt es von der Wildform und den Zuchtformen. Die Klette gehört zu den Starkzehrer. Sie braucht nährstoffreiche und lockere Erde, einen sonnigen bis halbschattigen Standort und viel Platz. Eine gute, mit Kompost angereicherste Gartenerde ohne Steine, ein Hochbeet oder große Kübel, die mit lockerer Pflanzenerde gefüllt sind, lassen schöne, lange Wurzeln ohne Verzweigungen wachsen. Damit die langen Wurzeln ungestört in die Tiefe wachsen können., sät man die Pflanze direkt in die Erde. 

 

Im Herbst des ersten Jahres oder im Frühling des zweiten Jahres können die Wurzeln geerntet werden. Die Wurzeln sind sehr lang und brechen leicht ab, darum ist es ratsam, behutsam vorzugehen. Am zartesten und besten, sollen die Wurzeln 3 - 4 Monate nach der Aussaat schmecken. Die jungen Blätter eignen sich als Wildgemüse und für Smoothies. In Russland isst man sie in Suppen oder als aromatisches Püree. 

Die Stängel der Blätter sollte man von April bis August als Gemüse verwenden.  Wenn sie älter werden, bilden sie zu viel Fasern und werden sehr trocken. Die Fasern schabt man längs von den Blattstielen und reibt den Haarfilz ab, um sie kleingeschnitten oder püriert zuzubereiten. Der Geschmack erinnert entfernt an Artischocken. 

 

Geschichtliches zur Großen Klette

Bei den Germanen wurde die Klette als heilkräftigste Pflanze hochgeschätzt. Wolf-Dieter Storl schreibt in seinem Buch "Bekannte und vergessene Gemüse", dass die Große Klette eine Bärenpflanze ist. Ihr Name, Arctium lappa (griech. arktos = Bär; kelt. läpp = Pranke). In der Antike und bei den nordamerikanischen Indianern steht der Bär sinnbildlich als Arzt unter den Tieren. Bärenpflanzen sind Pflanzen, die entweder besonders groß, besonders heilkräftig oder besonders behaart sind, so Storl. Auf die Große Klette trifft alles zu. Die Pflanze ist imposant, ihre Blätter werden bis zu 50 x 50 groß, die Pflanze kann im zweiten Jahr 80 - 200 cm hoch wachsen, sie ist spinnwebenartig behaart und besitzt ganz besondere Heilkräfte. 

 

Gutes Saatgut der Großen Klette bekommst Du z.B. bei Dreschflegel.